«MVP» ist inzwischen ein Wort für alles: eine Landingpage mit Warteliste, ein Prototyp aus dem Design-Tool, eine halbfertige Plattform, für die das Geld ausging. Wer eines «entwickeln lassen» will, bekommt fünf Angebote für fünf verschiedene Dinge.
Hier ist die Definition, mit der wir seit 2017 arbeiten: Ein MVP ist ein Kern-Ablauf, fertig gebaut, vor echten Nutzern. Nicht von allem ein bisschen — von einer Sache das Ganze.
Dieser Text erklärt, was das kostet, welche Abkürzungen sich rächen und woran Sie merken, dass Ihr MVP fertig ist. Mit denselben Zahlen, die in unserer öffentlichen Preisliste stehen.
Von einer Sache das Ganze
Der häufigste MVP-Fehler ist nicht zu viel Sparsamkeit — es ist die falsche Art Sparsamkeit. Zehn Funktionen zu je 60 Prozent bauen, statt eine zu 100. Das Ergebnis kann man vorführen, aber niemandem geben.
Ein Beispiel aus unserem Portfolio: HappyBee zeigt Eltern, was ihre Kinder in der Schule essen — Wochenmenüs, Nährwerte, pro Kind. Ein Zweck, eine Nutzergruppe. Heute: 84% Eltern-Aktivierung über 120+ Schulen, 71% weniger Allergen-Rückfragen. Die Fallstudie steht hier.
Das ist die Form, in der die meisten Vorhaben starten sollten. Ein Produkt, das eine Sache richtig macht. Erweitern kommt später, auf sauberer Basis — andersherum geht auch, ist nur teurer.
Was ein MVP kostet
Aus unserer Preisliste, unverändert:
| Projektform | Team | Dauer | Indikatives Band |
|---|---|---|---|
| Schlankes MVP — ein Kern-Ablauf, schnell vor echten Nutzern | 2–3 Entwickler | 8–14 Wochen | $30,000–55,000 |
Da ist alles drin, was ein erstes produktionsreifes Release braucht: Architektur, Design, Entwicklung, QA, Release. Kein Klick-Prototyp — ein Produkt, das echte Nutzer mit echten Daten benutzen.
Warum US-Dollar? Weil ein Wechselkurs, den ich vor Monaten fixiert habe, lügt. Schweizer Kunden bekommen ihr Angebot in Franken, aus derselben Preisliste — für die CHF-Einordnung gibt es unseren Schweizer Kostenleitfaden, und unser Kostenrechner rechnet Ihren konkreten Zuschnitt in zwei Minuten durch.
Und wie immer gilt: Indikative Bänder für 2026, kein Angebot. Was die Zahl bewegt, ist Komplexität — Integrationen, Compliance, Datenmigration und die Zuverlässigkeit, die Sie ab Tag eins brauchen. Jedes Projekt wird nach einem bezahlten Discovery-Sprint fix und schriftlich bepreist, und der Sprint wird vollständig auf die Umsetzung angerechnet.
Die Abkürzungen, die sich rächen
Ein MVP lebt vom Weglassen. Aber es gibt zwei Sorten Weglassen, und die Rechnung kommt bei der falschen.
Was Sie nie weglassen sollten:
- Login, Rechte, Datenschutz-Grundlagen. «Das härten wir später» heisst in der Praxis: Sie bauen es zweimal. Wir bauen privacy-first und berücksichtigen DSGVO und nDSG von Tag eins — nachrüsten ist immer teurer als mitbauen.
- Eine Admin-Oberfläche. Ohne sie beantwortet Ihr Entwickler jede Support-Frage per Datenbank-Query. Eine einfache reicht — aber sie muss existieren.
- Die Architektur-Entscheide, die man nicht nachrüsten kann. Mandantenfähigkeit ist das klassische Beispiel — warum «machen wir später» hier die teuersten drei Worte sind, steht hier.
- Messbarkeit. Ein MVP ist ein Experiment. Ein Experiment ohne Messwerte ist eine Meinung mit Budget.
Was Sie getrost weglassen können:
- Das ausgefeilte Design-System — ein sauberes, schlichtes UI reicht für die erste Kohorte.
- Integration Nummer zwei bis zehn. Eine Integration, die trägt, schlägt fünf halbe.
- Native Apps für beide Plattformen separat — Cross-Platform ist heute der Standardweg, so bauen wir mobile Produkte.
- Jede Funktion, deren Satz mit «Und später könnten Nutzer auch…» beginnt.
Woran Sie merken, dass es fertig ist
Ein MVP ist nicht fertig, wenn nichts mehr fehlt. Er ist fertig, wenn ein fremder Mensch den Kern-Ablauf ohne Ihre Hilfe durchläuft — und Sie messen können, was er tut.
Deshalb gehört vor den ersten Sprint ein Satz, den viele Projekte nie formulieren: «Dieses MVP ist erfolgreich, wenn Zahl X von A auf B geht, bis Datum C.» Wenn dieser Satz fehlt, fehlt nicht Technik. Dann fehlt eine Entscheidung.
Und danach? Version 2 wird aus Nutzungsdaten gebaut, nicht aus der ursprünglichen Ideenliste. Der jährliche Support liegt typischerweise bei 15–20% der ursprünglichen Umsetzungskosten — auch das steht offen in der Preisliste, weil die zweite Rechnung sonst überrascht.
Der nüchterne Einstieg
Wenn Sie ein MVP ernsthaft prüfen: Der erste Workshop und eine grobe Einschätzung kosten nichts und kommen in der Regel innerhalb von drei Arbeitstagen. Danach folgt der bezahlte Discovery-Sprint — heraus kommen ein schriftlicher Umfang, eine Architektur, ein bepreister Fahrplan und eine explizite «Bauen wir nicht»-Liste. Das Dokument gehört Ihnen, auch wenn Sie danach mit jemand anderem bauen.
Erst wissen, was gebaut wird. Dann eine Zahl, die hält.


