Bis vor wenigen Monaten standen auf unserer Website keine Preise.
Ich hatte dieselben Ausreden wie alle in dieser Branche: Jedes Projekt ist anders. Die Konkurrenz liest mit. Wer nach dem Preis fragt, soll anrufen. Neun Jahre lang fand ich das normal.
Dann sass ich zum x-ten Mal in einem Erstgespräch, und die erste Frage war — natürlich — «Was kostet es, eine App entwickeln zu lassen?». Und ich hörte mich «das kommt darauf an» sagen und dachte: Das stimmt zwar. Aber es ist eine bequeme Antwort. Sie zwingt Leute, drei Wochen Angebotsgespräche zu führen, nur um eine Grössenordnung zu erfahren, die ich ihnen in dreissig Sekunden geben könnte.
Dieses Jahr haben wir unsere Preisliste veröffentlicht. Hier ist sie, mit allem, was ich sonst noch am Tisch erzähle.
Die Zahlen
Ein erstes produktionsreifes Release — Architektur, Design, Entwicklung, QA, Release, alles drin — liegt bei uns in einem dieser Bänder:
| Projektform | Team | Dauer | Indikatives Band |
|---|---|---|---|
| Schlankes MVP — ein Kern-Ablauf, schnell vor echten Nutzern | 2–3 Entwickler | 8–14 Wochen | $30,000–55,000 |
| Standard-Produkt — mehrere Rollen, Integrationen, Admin-Oberfläche | 3–4 Entwickler + Delivery-Lead | 12–20 Wochen | $55,000–110,000 |
| Komplexe Plattform — Multi-Tenant-SaaS, Hardware, regulierte Daten | 5+ Entwickler | 20+ Wochen | $120,000–250,000+ |
| KI-Voice-Agent, v1 — Telefonie, Qualifizierung, Übergabe an Menschen | KI-Engineer + Backend | 10–20 Wochen | $25,000–60,000 |
Warum US-Dollar? Weil ein Wechselkurs, den ich vor Monaten fixiert habe, lügt. Schweizer Kunden bekommen ihr Angebot in Franken, aus derselben Preisliste — die Zahl, die Sie unterschreiben, steht in Ihrer Währung. Für die CHF-Einordnung gibt es unseren Schweizer Kostenleitfaden.
Und damit wir uns richtig verstehen: Das sind indikative Bänder für 2026, kein Angebot. Was die Zahl bewegt, ist Komplexität — Integrationen, Compliance, Datenmigration und die Zuverlässigkeit, die Sie ab Tag eins brauchen. Jedes Projekt wird nach einem bezahlten Discovery-Sprint fix und schriftlich bepreist, und der Sprint wird vollständig auf die Umsetzung angerechnet.
Woher die Zahlen kommen
Keine Magie. Ein Arbeitsmonat hat bei uns 160 Stunden, vier 40-Stunden-Wochen. Jeder Funktionsblock kostet Entwicklerwochen mal den Monatssatz der Rolle, die die Arbeit macht. Das ist die ganze Formel.
Interessant wird, welche Blöcke teuer sind. Login, Listen, ein Feed — Routine. Aber ein Warenkorb mit Zahlungsabwicklung ist ein anderes Tier: Ein Payment-Fehler kostet echtes Geld, also wird anders gebaut, anders getestet, anders absichert. Gleiches gilt für Offline-Synchronisation, Chat, Live-Tracking, Medien-Streaming. Wenn in Ihrem Anforderungskatalog eines dieser Worte steht, sind Sie mehrere Entwicklerwochen weiter.
Dann die Plattformfrage. iOS und Android bauen wir aus einer Codebasis; das zweite Store-Release kostet trotzdem rund ein Viertel des Feature-Umfangs obendrauf — Store-Compliance und Geräte-QA verschwinden nicht, nur weil der Code geteilt ist. Eine Web-Oberfläche dazu: noch einmal etwa so viel.
Design: Unser bestehendes Designsystem, an Ihre Marke angepasst, ist der schnellste Weg zum Launch. Eine eigene Designsprache mit Research und Prototypen — schön, manchmal richtig, etwa +20%.
Und Compliance. Datenschutz-Grundlagen (DSGVO, in der Schweiz das nDSG) gehören bei uns zum Standard-Setup, das kostet Sie keinen Aufpreis-Schock. Reguliert ist etwas anderes: Gesundheit, Finanzen, öffentliche Hand. Das wird von Sprint eins an mitgebaut — nachträglich eingebaut ist es kein Update, sondern ein Neubau.
Wer das lieber selbst durchspielt: Unser Kostenrechner zeigt für jeden Baustein die Entwicklerwochen, die Rolle und die Rechnung dahinter. Ohne E-Mail-Adresse. Das war mir wichtig — ich hasse Rechner, die am Ende ein Formular sind.
Drei Projekte, an denen Sie sich messen können
Zahlen ohne Kontext bleiben abstrakt. Also drei Projekte, die wir gebaut haben und bis heute betreiben. Was die Kunden bezahlt haben, werde ich nicht schreiben — Kundenzahlen veröffentlichen wir nicht, Punkt. Aber die Projektform können Sie exakt einordnen.
FeelEat

FeelEat verkauft frische Mahlzeiten über vernetzte Kühlschränke, in der ganzen Schweiz. Klingt nach «einer App». Ist es nicht. Es ist Scan-to-Unlock an physischen Geräten, In-App-Zahlung, Live-Inventar, Temperatur-Telemetrie, Kiosk-Oberflächen, ein Admin-Portal für den Betrieb.

Das ist die Kategorie «komplexe Plattform», und zwar ohne Diskussion: Hardware, Geld, mehrere Oberflächen, Dauerbetrieb. Dasselbe Team liefert seit über neun Jahren jedes Release. Das Unternehmen wird heute mit $10M+ bewertet und verliert rund 90% weniger Ware an Diebstahl als Kühlschränke auf Vertrauensbasis. Die ganze Geschichte steht im Portfolio.
Sobald physische Geräte, Geld oder mehrere Nutzergruppen im Spiel sind, sind Sie im oberen Band. Das ärgert im Angebot und rettet im Betrieb.
LeadTrack AI

Für einen australischen Kunden haben wir LeadTrack AI gebaut: eine Multi-Tenant-SaaS-Plattform, deren KI-Voice-Agents eingehende Leads anrufen und qualifizieren, bevor ein Mensch abnimmt — der erste Anruf in unter 30 Sekunden, während der Lead noch am Bildschirm sitzt. Über 100'000 Anrufe im Produktivbetrieb, +38% Conversion. Zur Fallstudie.
Das ist die vierte Zeile in der Tabelle oben, der KI-Voice-Agent. Ich habe sie bewusst als eigene Kategorie geführt: Telefonie, Echtzeit-Sprachverarbeitung und die Übergabe an Menschen sind eine eigene Disziplin — aber der Einstieg liegt unter dem einer komplexen Plattform. Wenn Sie gerade über einen KI-Telefonassistenten für Ihr Unternehmen nachdenken: Genau dieser Stack steckt dahinter, und Sie besitzen ihn am Ende selbst, statt ihn im Abo zu mieten.
HappyBee

HappyBee, aus der FeelEat-Familie, zeigt Eltern, was ihre Kinder in der Schule essen: Wochenmenüs, Nährwerte, pro Kind. Ein Zweck, eine Nutzergruppe. Die Form eines Standard-Produkts — und ehrlich gesagt die Form, in der die meisten Vorhaben starten sollten. Heute: 84% Eltern-Aktivierung an über 120 Schulen, 71% weniger Allergen-Rückfragen. Fallstudie hier.
Ein Produkt, das eine Sache richtig macht. Erweitern geht später, auf sauberer Basis. Andersherum geht es auch — teurer.
Was im Angebot nicht drinsteht
Drei Posten, die bei jedem Anbieter zusätzlich anfallen und über die auffällig wenig geschrieben wird:
Cloud- und Lizenzgebühren. Die stellt AWS, Azure oder Google Ihnen direkt in Rechnung — oder wir reichen sie zum Selbstkostenpreis mit Beleg weiter. Ohne Aufschlag, aber eben zusätzlich.
Mehrwertsteuer und lokale Steuern.
Und der Betrieb. Die Faustregel aus unserer Preisliste: Jährlicher Support liegt typischerweise bei 15–20% der ursprünglichen Umsetzungskosten. Unsere Pläne sind fix bepreist — Essential $550/Monat für 15 Stunden, Standard $1,050 für 30, Premium $1,950 für 60. Vorher läuft ohnehin die 30-Tage-Garantie. Ab vier Personen im Team steht ausserdem eine Projektmanagement-Position von $1,300 pro Monat im Angebot. Im Angebot, nicht im Kleingedruckten — das ist der Unterschied, auf den Sie bei jedem Anbieter achten sollten.
Mein eigentlicher Rat
Kaufen Sie keine grosse Schätzung. Kaufen Sie einen kleinen Befund.
Unser Discovery-Sprint kostet $2,900–4,900 und dauert ein bis zwei Wochen. Am Ende haben Sie einen schriftlichen Scope, eine Architektur, eine kalkulierte Roadmap und eine explizite «bauen wir nicht»-Liste. Das Dokument gehört Ihnen, auch wenn Sie danach mit jemand anderem bauen. Bauen Sie mit uns, wird der Sprint voll angerechnet.
Davor: Der erste Workshop und eine grobe Einschätzung kosten nichts und kommen in der Regel innerhalb von drei Arbeitstagen.
Erst wissen, was gebaut wird. Dann eine Zahl, die hält. Die Reihenfolge klingt banal, und trotzdem läuft die halbe Branche andersherum.
Häufige Fragen
Was kostet eine einfache App? Ein schlankes MVP — ein Kern-Ablauf, iOS und Android aus einer Codebasis — liegt bei uns bei $30,000–55,000 und 8–14 Wochen. Was deutlich darunter angeboten wird, spart fast immer an QA, Betrieb oder am Eigentum am Code. Irgendwo steckt der Preis dann doch.
Was kostet eine App monatlich, nach dem Launch? Rechnen Sie mit 15–20% der Umsetzungskosten pro Jahr für Support, Updates und Monitoring — bei einem $60,000-Build grob $750–1,000 im Monat, plus die Cloud-Rechnung Ihres Anbieters.
Warum stehen auf Ihrer Website keine CHF-Preise? Weil ein fixierter Wechselkurs nach zwei Monaten nicht mehr stimmt und ich lieber gar keine Zahl zeige als eine leicht falsche. Ihr Angebot kommt in CHF, von Ihrem Ansprechpartner, aus derselben Preisliste. Zur Einordnung: der Schweizer Leitfaden.
Entwicklung in Indien — funktioniert das seriös? Mit dem richtigen Modell: deutschsprachige Ansprechpartner in der Schweiz, Deployment auf Infrastruktur in Ihrer Jurisdiktion, NDA vor jedem technischen Gespräch, Auftragsverarbeitungsvertrag, 100% von Code und geistigem Eigentum bei Ihnen. So arbeiten wir — das Modell im Detail. Zu Erfahrungen und Risiken schreibe ich noch einen eigenen, ungeschönten Artikel; das Thema hat ihn verdient.
Wie genau ist Ihr Online-Rechner? So genau, wie es vor der Discovery geht: echte veröffentlichte Sätze, jede Position offen. Aber er kennt Ihre Altsysteme nicht. Ein belastbares Band zum Budgetieren, kein Angebot. Hier ist er.
Neun Jahre keine Preise auf der Website, jetzt alle. Hätte ich früher machen sollen.
Wenn Sie gerade rechnen: der Rechner braucht zwei Minuten. Wenn Sie lieber sprechen: der erste Workshop kostet nichts.

