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App entwickeln lassen: Kosten 2026 — unsere Zahlen, offen erklärt

Was kostet es, eine App entwickeln zu lassen? Team und Wochen für 2026, die echten Kostentreiber und drei reale Projekte als Massstab — vom Gründer erklärt.

Hariom Kumar
Hariom Kumar
Gründer
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit8 min
App entwickeln lassen: Kosten 2026 — unsere Zahlen, offen erklärt

Fast jedes Erstgespräch beginnt mit derselben Frage: «Was kostet es, eine App entwickeln zu lassen?»

Mit einer Zahl antworte ich darauf nicht. Nicht, weil ich etwas verstecken will. Eine Zahl ohne Ihren Umfang ist fast immer falsch, und wenn sie einmal ausgesprochen ist, bleibt sie in jeder Budgetsitzung danach hängen. Zwei Apps, die in einem Satz gleich klingen, liegen oft Monate auseinander, sobald wir die Schnittstellen, die Daten und die Leute kennen, die damit arbeiten.

Deshalb läuft es bei uns so: Zuerst kommt ein kostenloser 4-Stunden-Workshop. Wir gehen Ihre Anforderungen mit Ihnen durch, stellen die unbequemen Fragen und schlagen die Lösung vor, die wir selbst bauen würden. Danach bekommen Sie einen schriftlichen Plan und die Kosten: Sobald der Umfang klar ist, haben Sie das Angebot innert drei Arbeitstagen, mit Festpreis.

Was ich Ihnen vorher in dreissig Sekunden geben kann, ist die Grössenordnung in Team und Wochen, dazu die echten Kostentreiber. Hier ist beides, mit allem, was ich sonst noch am Tisch erzähle.

Die Zahlen

Ein erstes produktionsreifes Release — Architektur, Design, Entwicklung, QA, Release, alles drin — hat bei uns eine dieser vier Formen:

ProjektformTeamDauer
Schlankes MVP — ein Kern-Ablauf, schnell vor echten Nutzern2–3 Entwickler8–14 Wochen
Standard-Produkt — mehrere Rollen, Integrationen, Admin-Oberfläche3–4 Entwickler + Delivery-Lead12–20 Wochen
Komplexe Plattform — Multi-Tenant-SaaS, Hardware, regulierte Daten5+ Entwickler20+ Wochen
KI-Voice-Agent, v1 — Telefonie, Qualifizierung, Übergabe an MenschenKI-Engineer + Backend10–20 Wochen

Warum keine Beträge? Weil in derselben Zeile ein Projekt mit einer Schnittstelle und eines mit fünf stehen kann, und im Preis liegen die weit auseinander. Schweizer Kunden bekommen ihr Angebot in Franken, mit festem Preis — die Zahl, die Sie unterschreiben, steht in Ihrer Währung. Typische Marktspannen zur Einordnung zeigt unser Schweizer Kostenleitfaden.

Und damit wir uns richtig verstehen: Teamgrösse und Dauer sind Richtwerte für 2026, kein Angebot. Den Preis bestimmt die Komplexität — Integrationen, Compliance, Datenmigration und die Zuverlässigkeit, die Sie ab Tag eins brauchen. Ihren Festpreis bekommen Sie schriftlich nach dem Workshop. Ist der Umfang dann noch offen, kommt zuerst ein kurzer, bezahlter Discovery-Sprint, der vollständig auf die Umsetzung angerechnet wird.

Woher die Zahlen kommen

Keine Magie. Ein Arbeitsmonat hat bei uns 160 Stunden, vier 40-Stunden-Wochen. Jeder Funktionsblock kostet Entwicklerwochen mal den Monatssatz der Rolle, die die Arbeit macht. Das ist die ganze Formel.

Interessant wird, welche Blöcke teuer sind. Login, Listen, ein Feed — Routine. Aber ein Warenkorb mit Zahlungsabwicklung ist ein anderes Kaliber: Ein Payment-Fehler kostet echtes Geld, also wird anders gebaut, anders getestet, anders abgesichert. Gleiches gilt für Offline-Synchronisation, Chat, Live-Tracking, Medien-Streaming. Wenn in Ihrem Anforderungskatalog eines dieser Wörter steht, kommen mehrere Entwicklerwochen dazu.

Dann die Plattformfrage. iOS und Android bauen wir aus einer Codebasis; das zweite Store-Release kostet trotzdem rund ein Viertel des Feature-Umfangs obendrauf — Store-Compliance und Geräte-QA verschwinden nicht, nur weil der Code geteilt ist. Eine Web-Oberfläche dazu: noch einmal etwa so viel. Ist die Web-Oberfläche das eigentliche Produkt und nicht die Zugabe, gilt eine eigene Rechnung. Was eine Web-App kostet und wie so ein Projekt abläuft, haben wir separat aufgeschrieben.

Design: Unser bestehendes Designsystem, an Ihre Marke angepasst, ist der schnellste Weg zum Launch. Eine eigene Designsprache mit Research und Prototypen — schön, manchmal richtig, etwa +20%.

Und Compliance. Datenschutz-Grundlagen (DSGVO, in der Schweiz das nDSG) gehören bei uns zum Standard-Setup, das kostet Sie keinen Aufpreis-Schock. Reguliert ist etwas anderes: Gesundheit, Finanzen, öffentliche Hand. Das wird von Sprint eins an mitgebaut — nachträglich eingebaut ist es kein Update, sondern ein Neubau.

Wer das lieber selbst durchspielt: Unser Kostenrechner zeigt für jeden Baustein die Entwicklerwochen, die Rolle und die Rechnung dahinter. Ohne E-Mail-Adresse. Das war mir wichtig — ich hasse Rechner, die am Ende ein Formular sind.

Drei Projekte, an denen Sie sich messen können

Zahlen ohne Kontext bleiben abstrakt. Also drei Projekte, die wir gebaut haben und bis heute betreiben. Was die Kunden bezahlt haben, werde ich nicht schreiben — Kundenzahlen veröffentlichen wir nicht, Punkt. Aber die Projektform können Sie exakt einordnen.

FeelEat

Die FeelEat-App: Menüs, Ernährungspräferenzen, Allergien und In-App-Zahlung — hier die französischsprachige Oberfläche für die Westschweiz

FeelEat verkauft frische Mahlzeiten über vernetzte Kühlschränke, in der ganzen Schweiz. Klingt nach «einer App». Ist es nicht. Es ist Scan-to-Unlock an physischen Geräten, In-App-Zahlung, Live-Inventar, Temperatur-Telemetrie, Kiosk-Oberflächen, ein Admin-Portal für den Betrieb.

FeelEat-Kiosk auf dem Tablet: die Bestelloberfläche, an der Kunden vor Ort ihre Menüs wählen

Das ist die Kategorie «komplexe Plattform», und zwar ohne Diskussion: Hardware, Geld, mehrere Oberflächen, Dauerbetrieb. Dasselbe Team liefert seit über neun Jahren jedes Release. Die Kühlschränke verlieren rund 90% weniger Ware an Diebstahl als Kühlschränke auf Vertrauensbasis. Die ganze Geschichte steht im Portfolio.

Sobald physische Geräte, Geld oder mehrere Nutzergruppen im Spiel sind, sind Sie in der oberen Kategorie. Das ärgert im Angebot und rettet im Betrieb.

LeadTrack AI

Das Admin-Dashboard von LeadTrack AI: Mandanten-Übersicht mit Leads, Anrufen und Gesprächsminuten der Voice-Agent-Plattform

Für einen australischen Kunden haben wir LeadTrack AI gebaut: eine Multi-Tenant-SaaS-Plattform, deren KI-Voice-Agents eingehende Leads anrufen und qualifizieren, bevor ein Mensch abnimmt — der erste Anruf in unter 30 Sekunden, während der Lead noch am Bildschirm sitzt. Über 100'000 Anrufe im Produktivbetrieb, +38% Conversion. Zur Fallstudie.

Das ist die vierte Zeile in der Tabelle oben, der KI-Voice-Agent. Ich habe sie bewusst als eigene Kategorie geführt: Telefonie, Echtzeit-Sprachverarbeitung und die Übergabe an Menschen sind eine eigene Disziplin — aber der Einstieg liegt unter dem einer komplexen Plattform. Wenn Sie gerade über einen KI-Telefonassistenten für Ihr Unternehmen nachdenken: Genau dieser Stack steckt dahinter, und Sie besitzen ihn am Ende selbst, statt ihn im Abo zu mieten.

HappyBee

Die HappyBee-Eltern-App: Wochenmenüs und Transparenz über das Schulessen, pro Kind

HappyBee, aus der FeelEat-Familie, zeigt Eltern, was ihre Kinder in der Schule essen: Wochenmenüs, Nährwerte, pro Kind. Ein Zweck, eine Nutzergruppe. Die Form eines Standard-Produkts — und ehrlich gesagt die Form, in der die meisten Vorhaben starten sollten. Fallstudie hier.

Ein Produkt, das eine Sache richtig macht. Erweitern geht später, auf sauberer Basis. Andersherum geht es auch — teurer.

Was im Angebot nicht drinsteht

Drei Posten, die bei jedem Anbieter zusätzlich anfallen und über die auffällig wenig geschrieben wird:

Cloud- und Lizenzgebühren. Die stellt AWS, Azure oder Google Ihnen direkt in Rechnung — oder wir reichen sie zum Selbstkostenpreis mit Beleg weiter. Ohne Aufschlag, aber eben zusätzlich.

Mehrwertsteuer und lokale Steuern.

Und der Betrieb. Unsere Faustregel: Jährlicher Support liegt typischerweise bei 15–20% der ursprünglichen Umsetzungskosten. Unsere Care-Pläne werden in Stunden bemessen — 15, 30 oder 60 im Monat, je nachdem, wie stark sich das Produkt noch bewegt. Vorher kommen ohnehin 30 Tage kostenlose Fehlerbehebung. Ab vier Personen im Team steht ausserdem eine Projektmanagement-Position im Angebot. Im Angebot, nicht im Kleingedruckten — das ist der Unterschied, auf den Sie bei jedem Anbieter achten sollten.

Mein eigentlicher Rat

Kaufen Sie keine grosse Schätzung. Kaufen Sie einen kleinen Befund.

Ist Ihr Umfang noch offen, ist unser Discovery-Sprint dieser Befund: ein bis zwei Wochen, bezahlt. Am Ende haben Sie einen schriftlichen Scope, eine Architektur, eine kalkulierte Roadmap und eine explizite «bauen wir nicht»-Liste. Das Dokument gehört Ihnen, auch wenn Sie danach mit jemand anderem bauen. Bauen Sie mit uns, wird der Sprint voll angerechnet.

Davor kommt der Workshop: vier Stunden, kostenlos. Ist der Umfang danach klar, haben Sie innert drei Arbeitstagen einen schriftlichen Umfang und ein Angebot mit Festpreis, ganz ohne Sprint.

Erst wissen, was gebaut wird. Dann eine Zahl, die hält. Die Reihenfolge klingt banal, und trotzdem läuft die halbe Branche andersherum.

Häufige Fragen

Was kostet eine einfache App? Ein schlankes MVP — ein Kern-Ablauf, iOS und Android aus einer Codebasis — braucht bei uns 2–3 Entwickler und 8–14 Wochen. Was auffällig billig angeboten wird, spart fast immer an QA, Betrieb oder am Eigentum am Code. Irgendwo steckt der Preis dann doch.

Was kostet eine App monatlich, nach dem Launch? Rechnen Sie mit 15–20% der Umsetzungskosten pro Jahr für Support, Updates und Monitoring — durch zwölf geteilt ist das Ihr Monatsposten, plus die Cloud-Rechnung Ihres Anbieters.

Warum stehen auf Ihrer Website keine CHF-Preise? Weil die richtige Zahl von Ihrem Umfang abhängt und ich lieber gar keine Zahl zeige als eine, die für Ihr Projekt nicht stimmt. Ihr Angebot kommt in CHF, schriftlich, innert drei Arbeitstagen nach dem Workshop, bei klar umrissenem Umfang mit festem Preis. Typische Marktspannen zur Einordnung: der Schweizer Leitfaden.

Entwicklung in Indien — funktioniert das seriös? Mit dem richtigen Modell: deutschsprachige Ansprechpartner in der Schweiz, Deployment auf Infrastruktur in Ihrer Jurisdiktion, NDA vor jedem technischen Gespräch, Auftragsverarbeitungsvertrag, 100% von Code und geistigem Eigentum bei Ihnen. So arbeiten wir — das Modell im Detail. Zu Erfahrungen und Risiken hatte ich hier einen eigenen, ungeschönten Artikel versprochen; hier ist er: App entwickeln lassen in Indien.

Wie genau ist Ihr Online-Rechner? So genau, wie es vor dem Workshop geht: Er zeigt Team, Wochen und Phasen für jeden Baustein, jede Position offen, aber keinen Preis. Ihre Altsysteme kennt er nicht. Eine Grössenordnung für die Planung, kein Angebot. Hier ist er.


Wenn wir nicht das richtige Team für Ihr Projekt sind, sage ich Ihnen das lieber im Workshop als nach Wochen voller Angebotsgespräche.

Wenn Sie gerade rechnen: der Rechner braucht zwei Minuten. Wenn Sie lieber sprechen: der erste Workshop kostet nichts.

Hariom Kumar
Geschrieben von

Hariom Kumar

Gründer

Hariom Kumar ist der Gründer von CODT Technologies, der Firma für Unternehmenssoftware, die er 2017 gegründet hat. Er arbeitet praktisch an Mobile-, SaaS- und KI-Projekten und hilft Gründern und Unternehmen, langlebige Produktionssysteme auszuliefern. Vor der Gründung von CODT Technologies arbeitete er in einer früheren Position an der Live-Event-Streaming-Plattform von Bizzabo.

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